Ligo

Montag, 30.06.2014

Das wichtigste lettische Fest ist Ligo und Janis, zur Sommersonnenwende.

Es gab in Kraslava auf unserer Bühne eine Art Konzert, wo ich mit sang und deshalb so ein tolles traditionelles Kostüm anziehen durfte.

Da nach gab es ein großes Lagerfeuer. Ich traf mich noch mit einer Freundin und wir hatten viel Spaß.

Nur noch eine Woche Schule!!!

Sonntag, 25.05.2014

Für mich heißt es schon in 5 Tagen: FERIEN :)  Tut mir echt leid für alle deutschen Kinder, die noch ein paar Wochen mehr vor sich haben.

Letzten Freitag fand das Abschlusskonzert der Musikschule statt, wo ich ein letztes mal zusammen mit dem Orchester spielen konnte und auch ein Solo spielen durfte. Außerdem waren wir am Morgen mit der Klasse im Wald gewesen; unter Leitung der hier ansässigen Pfadfinder, die sich allerdings mehr Richtung Militär ausrichten. Wir bauten aus Seilen und Stämmen interessante Kletter- Geräte. Sogar eine Seilbahn wurde errichtet; leider war sie zu tief, sodass man nicht damit fahren konnte :)

Des Weiteren war ich schon letztes Wochenende in Riga im Ballett und auf der Museums-Nacht.

 

Zusammen mit Larissas Familie besuchten wir ein Gedenk-Haus, in dem im 2.WK Juden versteckt wurden. In dem selben Stadtteil steht auch dieses Haus.

Dreimal dürft ihr raten, woher der Besitzer einst kam. (Australien :) )

 Und wir waren bei der Polizei und der Feuerwehr, weil Larissas kleine Gastgeschwister das cool finden :)

Eigentlich wollten wir abends noch zu zweit in ein weiteres Museum gehen, doch da es an dem Tag freien Eintritt gab, standen die Schlangen noch zwei Straßen weiter und wir beschlossen, uns nicht anzustellen.

Das Ballett an nächsten Tag war auch sehr interessant. Da es ein modernes Stück war, hatte ich aber ein paar Probleme, hinter den Sinn der Tänze zu steigen. Trotzdem eine Erfahrung mehr ;)

Vor der Oper:

Und in ganz Riga stehen merkwürdige große Plastik-Schnecken rum. Als Werbung für was auch immer ;)

 

 

1. bis 5.Mai

Sonntag, 04.05.2014

In dieser Zeit haben wir hier so eine Art Mini-Ferien. Ich besuchte in den ersten drei Tagen eine Freundin, die in Ligatne wohnt, einem sehr hübschen kleinen Ort, der sogar für Touristen interessant ist. Es gibt dort Sandstein-Felsen mit Höhlen, was mich sehr an zu Hause und das Elbsandstein-Gebirge erinnert hat.

Außerdem gibt es eine Papierfabrik, die dort schon sehr lange steht und wahrscheinlich den Lebensunterhalt der Menschen zum Großteil sichert. Besonders für Ligatne sind Reihenhäuser aus Holz, die schon vor langer Zeit für die Arbeiter der Fabrik gebaut worden, und immer noch bewohnt sind.

Der Fluss, der hier fließt, ist die Gauja. Und es gibt eine Fähre, auch aus Holz, mit der man Auto transportieren kann.

Im See gibt es Schwäne.

Außerdem ist die Natur wunderschön. Helke und ihre Gastschwester Anna zeigten mir alles und wir hatten auch jede Menge Spaß beim Kuchen backen und GNTM gucken. 

Am Sonntag war ein Senioren-Nachmittag im Kultur-Haus. Außer den Beiträgen der alten Leute, spielte auch noch das Saxophonorchester, wozu sie dann getanzt haben. Auch wenn es nicht unser bester Auftritt war, hat es ihnen sehr gut gefallen. 

Letzter Freitag (7.März)

Freitag, 14.03.2014

Letzten Freitag fanden gleich zwei für mich ziemlich bedeutende Ereignisse statt. Zum Einen ein Aerobic-Wettbewerb am Vormittag in der Schule. An diesem nahmen die Mädchen aus fast allen Klassen Teil. Jede Klasse musste einen Pflicht-Tanz zeigen, der vorher im Sport-Unterricht einstudiert wurde. Dieser wurde dann von einer vierköpfigen mehr oder weniger unabhängigen Jury auf Ausführung und Synchronität bewertet. 

Außerdem zeigte jede Gruppe noch einen selbst ausgedachten Tanz. In meiner Klasse gibt es da ein tänzerisch sehr begabtes Mädchen, Alexandra, welches sich um die Bewegungen und den Song für uns kümmerte. Beides war auch sehr schön und ansprechend, nur leider auch recht kompliziert. Und so waren in den letzten Wochen täglich (zum Teil stundenlange) Proben, damit auch weniger begabte Klassenkameradinnen (wie ich) den Tanz am Ende drauf hatten. Ein weiteres Problem war, dass wir nur 9 Mädels in der Klasse sind. Und es müssen mindestens 5 tanzen, pro Gruppe. Am Anfang der Proben waren noch acht, die mitmachen wollten. Dummerweise wurden in der Woche vor dem Auftritt zwei krank und eine wurde rausgeschmissen, weil sie nicht zu den Proben kam. Da waren es nur noch 5 :) Und ich durfte keinen Rückzieher mehr machen. 

Ach ja, und das Kostüm. Zuerst waren schwarzes Top (was ich besitze) und schwarze Leggins (die ich mir extra kaufte) vorgesehen. Und noch ein weißes T-Shirt zum Zerschneiden. Das wurde aber gestrichen. Dafür kam die Chefin am Dienstag mit der Nachricht an, dass wir uns einen Rock nähen müssen. Den Stoff bekamen wir am Mittwoch. Wer jetzt meint, dass sei aber ein bisschen kurzfristig, muss wissen, dass die Mädchen hier alle nähen können. Oder die Mütter und Großmütter. Es ist hier aber definitiv noch üblich, selbst genähte Kleidung zu tragen, z.B. die festlichen Kleider sehen oft wie Eigenanfertigung aus. Auch Svetlana näht und besitzt eine Nähmaschine. Aber sie hat viel zu tun. 

So probierte ich den ganzen Mittwochabend lang ohne den Hauch einer Ahnung (und leider auch ohne ein vorzeigbares Ergebnis), diesen Rock herzustellen. Ich durfte feststellen, dass ich alles, was ich in der fünften Klasse in TC über die Bedienung einer Nähmaschine gelernt hatte, in meinem Gedächtnis nicht mehr aufzufinden war. Und dass es komplizierter ist, als man erst denkt, eine einigermaßen gerade Linie zu nähen. Und dass es unmöglich ist, die Bedienung einer Nähmaschine in einer halben Stunde zu lernen. So gab ich schließlich auf und ging ins bett. Irgend etwas würde schon noch werden. Hoffte ich.

Am nächsten Tag hatte ich ziemlichen Schnupfen. Schon die Tage vorher war ich leicht erkältet, und meine Banknachbarin meinte, ich könnte auch nach Hause, wenn ich krank bin. Da an dem Tag eh keine weitere Probe mehr war entschied ich, dass es wahrscheinlich echt das beste wäre, nach Hause zu gehen und mich vor dem großen Tag (Freitag) noch etwas auszuruhen. Außerdem bekam ich so genügend Zeit, mich noch mal an den Rock zu wagen. Leider schaffte ich es gleich als Erstes, dass die Maschine sich festfuhr und in Ermangelung weiterer Möglichkeiten musste ich den Rock nun wohl oder übel von Hand nähen. Wobei es genau genommen nicht einmal nähen, sondern mehr zusammen heften war. Wie auch immer, nach einigen Stunden hatte ich tatsächlich ein Kleidungsstück hergestellt, dass einen einmaligen Auftritt überstehen müsste, lebend. Den Rest des Tages verbrachte ich im Bett. 

Übrigens, die Maschine kriegte Igors wieder in Fahrt. zum Glück!!

Und dann war Freitag. Unterricht war nicht viel. In Lettisch lackierten wir uns die Fingernägel rot. In der ersten Stunde gingen wir außerdem durchs Schulhaus und gratulierten den Lehrerinnen zum Frauentag. Dieser ist eine sowjetische Erfindung und eigentlich am 8.März, doch da dieser ein Samstag war, bekam Lehrerinnen eben schon am 7.März Blumen. 

Etwas später bereiteten wir alles vor. Probierten noch mal, zogen uns um, und so. Der Konkurs begann halb zwölf. Als erstes zeigte jede Klasse den obligatorischen Tanz. Da zuerst die kleineren Klassen (5-8) dran waren, mussten wir warten. Bei den Älteren (9-11) waren wir aber die Ersten (Reinfolge wurde ausgelost). Wir waren nicht schlecht, aber auch nicht so toll. Ich hab mich mal vertanzt :/ Nach einer weiteren langen Wartepause zeigten wir dann den zweiten Tanz. Dieser kam ziemlich gut an. Und im Vergleich zu den Proben hab ich mich gut geschlagen. Denk ich :) Es war auch interessant, den anderen Klassen zuzusehen, die auch echt schöne Choreografien hatten. 

Wir mussten dann irgendwie nochmal tanzen. Und ein paar andere Klassen auch. Zwischendurch zeigten noch kraslavische Tanzgruppen, von denen ich vorher nicht wirklich wusste, dass sie existieren, ihre Nummern. Und dann war die Auswertung. Gewonnen haben wir nicht. Aber wir bekamen einen Preis für den technisch besten Tanz oder so. Im Nachhinein vermute ich, dass unsere Choreografie eindeutig die schwersten Elemente enthielt. Ich bekam einen Preis dafür, dass ich überhaupt mitgemacht habe. Aber, und das ist das Wichtigste, Alexandra wurde “Miss Aerobika“. Und sie hat es so verdient!!! 

Dann aßen wir noch im Klassenzimmer von dem Kuchen, den wir gewonnen hatten. Und dann musste ich nach Hause, weil ich halb 6 schon wieder im “Haus der Kultur“ sein sollte. Dort war nämlich ein Konzert der Musikschule. Und ich sollte ein Solo mit dem Saxophonorchester spielen.

Danke, für alle Beter! Es war klasse. Ich verspielte mich nur ein bisschen. Das Sax machte auch ohne Probleme mit (es hat manchmal so Macken). Igors nahm alles auf Video auf. Und auch hinter der Bühne ging es Ziemlich lustig zu :) 

Agnese und Karolina; mit den beiden spiele ich auch im Trio

Also, alles in allem ein echt schöner Tag. Das ganze Wochenende war ich dann allerdings eher krank und nicht sehr aktiv. 

Mein Geburtstag - (2)

Dienstag, 04.03.2014

Am Samstag war ich dann mit Larissa und Donatienne einkaufen und bekam auch alles, was ich brauchte. Zum Mittag aßen wir Döner (Deutsche bekommen nach einem halben Jahr ohne Döner schon ganz schön Entzugserscheinungen) und saßen noch ein bisschen in einem kleinen Restaurant. Am Abend gingen wir ins Kino in einen schönen romantischen (englischen) Film (mit russischen und lettischen Untertiteln): Endless Love. Auf dem Heimweg kauften wir im Supermarkt noch ein paar leckere Sachen und Kuchen. Es war schon ziemlich spät, als wir ankamen, aber immer noch etwas Zeit bis Mitternacht. Doch endlich war es so weit: um null Uhr null zündete Larissa die Kerzen an und sie und ihre Gastmutter gratulierten mir. Es war voll schön. Ich habe die Kerzen alle auf einmal ausgepustet :) Wir redeten noch ein bisschen, aber dann wollte ich nur noch schlafen. 

Mein Kuchen :) Mitternacht!

Am nächsten Morgen wurden die Kerzen noch mal angezündet und Larissas kleine Gastgeschwister gratulierten mir. Ich fand es total lieb und niedlich, dass sie mir was gebastelt und gemalt hatten. Ich habe mich fast wie zu Hause gefühlt. 

Larissas Gastfamilie

Vormittags waren wir noch in einem anderen Einkaufszentrum und danach fuhr ich mit dem Bus nach Hause. Der Freund von einem Mädchen aus meiner Klasse saß im Bus vor mir und da er gerade mit ihr telefoniert hat, hat sie mir gleich zum Geburtstag gratuliert :) Überhaupt haben ganz viele Leute an mich gedacht. Auch meine Klassenlehrerin hat mich angerufen und meine Gastmama und Evita haben mir SMS geschrieben. 

Als ich am Abend ankam hat mir meine Gastfamilie gratuliert und es gab Tee und Torte. Von meiner Gastmama bekam ich ein wunderschönes Notizbuch mit lettischen Zeichen auf dem Deckel. Dann habe ich noch die ganzen Päckchen und Briefe aus der Heimat geöffnet und mich sehr gefreut.

Meine Gastfamilie :)

Danke ganz sehr für alle lieben Wünsche und Gedanken, ob per Post, E-Mail oder Facebook :) Es war toll zu fühlen, wie viele Leute an mich gedacht haben. 

Am Montag in der Schule hatte meine Klasse noch eine Riesen-Traube Luftballons und Torte für mich, die wir später in der Pause gegessen haben. Alles in allem hatte ich also einen echt schönen Geburtstag!!!

Mein Geburtstag :) - (1) Eishockey-Match

Montag, 03.03.2014

Am Freitag dem 28. Februar fuhr ich mit dem Bus nach Riga, womit ich mich von der Schule drücken konnte. Am Abend wollte ich mit Larissa zusammen in ein Eishockey-Spiel in dem großen Stadion. Dynamo Riga spielte gegen Moskau. Dementsprechend war die Stimmung. Großartig :) Der größte Teil der Zuschauer waren Riga-Fans. Die ganze Zeit gab es Sprechchöre und Anfeuerungsrufe. In einem Block saßen die Ultras, die auch Trommeln mithatten und damit den Rhytmus vorgaben. Und sie hatten riesige Fahnen. Wir hatten uns auch Fahnen gekauft, aber ganz kleine. In einem anderen Block waren die Moskau-Fans. Auch diese versuchten hin und wieder Sprechgesänge anzustimmen, sie waren aber krass in der Unterzahl. Und anscheinend kommt es auch hin und wieder zu Ausschreitungen von Russen, denn dort standen die ganzen Polizisten. 

Wir hatten echt gute Sitze in der dritten Etage. hinter uns saßen irgendwelche Ausländer, denen Letten etwas auf Englisch erklärten, so dass auch wir einige Zusatz-Informationen bekamen :) Rundrum lauter Leute, zum Teil mit Riga-Trikots und Schals. Die Lieder haben wir auch schnell gelernt, so war es echt lustig. Das Spiel wurde sogar im Fernsehen übertragen, deshalb musste man aufpassen, was die Kamera gerade zeigte. Es war interessant, wenn die Leute in der Kamera merkten, dass sie zu sehen sind und anfingen, die Arme hoch zu reißen und so was. Aber wir wurden nicht gezeigt :(

Egal. Nebenbei lief auch noch das Spiel. Riga schoss im zweiten Drittel zwei Tore ganz schnell hintereinander. Dann Moskau eins. Im letzten Drittel machte jede Mannschaft noch je ein Tor. Für den ausführlicheren Spielverlauf könnt ihr mich gerne persönlich anschreiben :) Auf jeden Fall war es super, dass Riga gewonnen hat!!! 

Auf dem Heimweg waren wir nicht die einzigen Riga-Fans. Leider verlor ich meine Fahne :( 

Aber schon der Hinweg war spannend, da wir den weg von der Bushaltestelle zum Stadion nicht wussten. Larissa hatte die glorreiche Idee, einfach den Typen mit einer Rot-weißen Fan- Mütze  hinterherzulaufen. Dabei merkten wir, dass das auch andere Ausländer taten, die sich Englisch unterhielten und offensichtlich genauso wenig Ahnung hatten. Aber der Typ brachte uns sicher zum Stadion. Dann haben wir noch den richtigen Eingang gesucht und Larissa musste ihre Wasserflasche abgeben, wegen kein eigenes Essen und Trinken und so. Ich schmuggelte unbewusst trotzdem was rein, weil ich da noch nicht kapiert hatte, dass man das nicht darf. Und der Aufpasser hat zwar in meine Tasche geguckt, aber die Tüte nicht gesehen :)

Wir stolz mit den Eintrittskarten.

Im Stadion Der Block der Dynamo-Ultras Pausenprogramm: Maskottchen und Cheerleaderinnen

Frühling

Dienstag, 18.02.2014

Wir haben es hier schon seit ein paar Tagen wieder wärmer (so plus 3 bis 5), aber heute war sogar richtiges Frühlinswetter. Die Sonne hat geschienen, das tut wirklich gut, und sie ist auch erst nach um 5 untergegangen. Der negative Nebeneffekt ist das Tauen. Die kleinen Bäche sind prall gefüllt und auf den Wege fließt es auch noch. Es lag zwar nicht mehr viel Schnee und Eis, aber trotzdem hat sich jetzt ein Teil der Wege in Schlammschlitterbahnen verwandelt. Man muss höllisch aufpassen, um nicht hinzufallen und sich von oben bis unten vollzusauen. Ich habe es selbstverständlich trotzdem geschafft, auszurutschen :) Aber nur ein kleines bisschen... 

In der Schule üben die Mädchen für einen Aerobic-Wettbewerb. Jede Klasse studiert einen vorgegebenen und einen selbst ausgedachten Tanz ein. Mir macht's Spaß, auch wenn ich nich so gut bin :). Zum Glück ist bis zum Auftritt noch etwas Zeit zum Üben.

Jetzt ist RICHTIG Winter :)

Samstag, 25.01.2014

Seit drei oder vier Tagen herrscht in dem kleinen Land an der Küste der Ostsee die Kälte. (Dramatisches DAM-DAM-DAM) Merkwürdigerweise sind die alteingesessenen Bewohner darüber weder überrascht, noch frieren sie. Tatsächlich bin ich auch nicht wirklich überrascht, weil schon im November und Dezember gesagt wurde, dass es kalt werden wird und es normalerweise bis zu -25 Grad sind und vier Monate oder länger nur Schnee sein wird. Und da hab ich nochmal Glück gehabt, dass es erst so spät los geht :)

Ich freue mich aber sehr darüber, weil vor allem das Eis echt magic ist. Die letzten Tage waren es jede Nacht unter -20 Grad und tagsüber nicht mehr als -10. Anfangs schwammen auf der Daugava nur Eisschollen, aber ungefähr Mittwoch haben die aufgehört sich zu bewegen. Der ganze große Fluss liegt still! Echt krass. Drauf laufen soll man aber besser nicht, da es nicht wirklich sicher ist. Dafür ist hinten im Wald, von uns nur drei Minuten zu Fuß entfernt, ein Teich. Und dort kann man rutschen und Schlittschuh fahren, ohne Angst zu haben, dass was passiert. 

Schnee liegt aber nur ganz wenig und Eiszapfen und so gibt's auch nur selten. Ich vermute, das liegt daran, dass es hier momentan einfach trocken ist. Der Himmel ist nicht bewölkt und nachts sieht man die Sterne (ich seh sie aus meinem Zimmerfenster). Auf dem Boden wachsen Eiskristalle zu Blumen heran, wunderschön. In Deutschland ist es ja meistens nur minus 5 und es matscht.

Das weniger Schöne ist, wenn man ein bisschen draußen rumläuft frieren die Beine ein. Aber das ist nicht zu ändern :)

Der Euro

Samstag, 04.01.2014

Wie wahrscheinlich schon der Großteil von euch weiß: ab dem 1.Januar gibt es auch in Lettland den Euro. Und so toll ich den lettischen Lat finde, so hat auch der Euro seinen Reiz. Leider werde ich bald feststellen, wie teuer hier eigentlich alles wirklich is und es nicht weiterhin ignorieren können :( 

Die Rückseite n der Münzen sind leider auch nicht so spannend. Aber er ist spannend, wie das  Land im Umbruch ist, alle Leute irritiert sind und nicht mehr durchsehen. Vor allem die Kassiererinnen tun mir wirklich leid. 

Die Kassen sind gefüllt mit wunderschön glänzenden neuen Euro und cent Stücken, doch die Leute möchten noch ihre übrigen santime ausgeben. Dies ist noch zwei Wochen lang möglich. Doch das Wechselgeld ist in Euro. An sich ja die einzige Methode, doch wenn man noch nie eine Währungsänderung mitgemacht hat, da die letzte ja schon 21 Jahre her ist, leicht verwirrend. Und die Leute vertrauen den Kassiererinnen nicht, dass sie auch genug rausgeben, weil es ja eine andere Währung ist. Und dann zählen sie nach. Und rechnen. Und überlegen. In dem Großteil der Fälle hat die Kassiererin recht, verbunden mit ihrem intelligentem Computer, der schon seit einigen Monaten das Ergebnis immer in Lat UND Euro ausspuckt. Manchmal hatte sie sich dann aber doch um acht Cent vertan und alle Leute fühlen sich dazu ermutigt, noch besser aufzupassen.

Mir persönlich macht diese Situation einen Heidenspaß und ich muss mir jedes mal an der Kasse das Lachen verkneifen :)

Aber innerhalb von wenigen Wochen wird der Euro Normalität sein.... 

Weihnachtstage und Silvester

Mittwoch, 01.01.2014

Ich wünsche euch allen noch nachträglich ein frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr schöne Weihnachtstage genießen konntet. Mir hat es hier gut gefallen und war mal eine ganz neue Erfahrung. 

An Heiligabend fuhren wir am Abend nach Robisniki, einem kleinen Dorf in der Nähe, wo Igors Eltern wohnen. Da die ganze Familie früher dort wohnte, ist es so Tradition, jedes Jahr hinzufahren und auch in die Messe zu gehen. Vorher aßen wir aber erst das Weihnachtsessen. Ein (wahrscheinlich weißrussischer) Brauch ist, das vor dem Essen eine Oblade gebrochen wird. Die Obladen hier sind weiß und haben hübsche Weihnachtsmotive. Was die Speisen sonst betrifft: Katholiken sollten vor dem Fest eine Fastenzeit ohne Fleisch einhalten. Deswegen gab es auch kein Fleisch, sondern nur Wurst, die nicht als Fleisch zählt. (Warum auch immer :) ) Sehr beliebt ist noch ein bestimmter Salat, der vor allem aus viel Majonaise, aber auch allen möglichen anderen Zutaten besteht. Dann gab es selbstverständlich noch Kartoffeln oder Kartoffelbrei. Und Eier mit Majonaise und Tuben-Kaviar.  

Außer uns war niemand da. Sonst sind es immer mehr, aber die Schwester von Igor hatte am 22. ein Baby bekommen und waren deshalb zu Hause. Und auch der Rest der Verwandtschaft hatte anderes vor. Es war trotzdem lustig und ich habe zum Teil sogar Gespräche verfolgen können. 

Dann sind wir in die Kirche gegangen. Igor ist mit den Jungs schon nach kurzer Zeit nach Hause gefahren, aber ich bin mit Svetlana und Evita da geblieben. Wir standen oben auf dem Balkon und sangen die Lieder. Diese waren, wie auch der größte Teil der Messe, auf polnisch. Früher lebten in der Gegend nämlich viele Polen. Die Predigt wurde auch auf Russisch und lettisch wiederholt. Dadurch zog sich das Ganze ziemlich in die Länge. Interessanterweise verstand ich im polnischen Teil ungefähr genauso viel wie im russischen, da sich die Sprachen sehr ähneln und ich allgemein nur wenige Worte kann :) Wie auch immer, ich fand es schön und die Leute waren alle nett. 

Am ersten Weihnachtsfeiertag fuhren wir nach Daugavpils und besuchten Svetlanas Eltern. Auch da gab es die Obladen und weiteres leckeres Essen. Später waren wir im Center und spielten Bowling. Ich war echt schlecht :) Am Abend sah die ganze Familie zusammen einen Film.

An Silvester fand in ziemlich jeder Stadt ein Feuerwerk statt, so auch hier in Kraslava. Im Laufe des Abends wurde allerdings das Neujahr drei mal gefeiert. Um zehn feuerten die Ersten ihre Raketen ab, da um die Zeit in Russland Mitternacht war. Um Zwölf folgten weitere. Das große Stadt-Feuerwerk sollte aus irgendeinem seltsamen Grund aber erst um eins stattfinden. Und so liefen wir gegen halb eins ins Zentrum und beobachteten von dort, zusammen mit der Hälfte von Kraslavas Bevölkerung, den wunderschönen “Salut“. Danach war noch Disco, aber ich bin nicht hingegangen.

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